Blutplättchen (Thrombozyten) spielen heute in der Regenerativen Medizin die Hauptrolle als Bioaktivatoren. In der Kombination mit dem dazugehörigen Plasma sind heute weit mehr als 1000 verschiedene aktive Bestandteile darin bekannt und wirksam. Aus diesem Grunde wurden verschiedene Techniken entwickelt, die Konzentration der Blutplättchen zu erhöhen und ihre Relation zum Serumanteil oder zu anderen Blutzellen zu verändern. Ein Prozess, der immer noch weiter verfeinert wird und zu immer besser vorhersagbaren Resultaten führt.

Das PRP wird individuell für jede Applikation und für jeden Patienten aus seinem Blut hergestellt. Dazu werden aus einer Armvene 40­–80 ml Blut entnommen und anschliessend in einer speziellen Zentrifuge die verschiedenen Bestandteile durch Schwerkraft (minimale Manipulation) getrennt. Mittels Pipette werden dann die gewünschten körpereigenen Wirksubstanzen abgezogen und in eine Spritze zur Injektion abgefüllt. Ein Prozess, der sehr sorgfältig unter sterilen Bedingungen erfolgen muss. Der ganze Vorgang dauert etwa 20 Minuten.

PRP (Platelet Rich Plasma) ist als körpereigener Bestandteil ein konzentriertes und gereinigtes Element aus unserer normalen, im Gesunden eigenständig ablaufenden Wundheilung. Bei einer Gewebeschädigung können kleinere oder auch grössere Gefässe verletzt werden. Aus ihnen gelangt Blut aus dem Gefäss-System in die Gewebe. Wir kennen alle eine Wundreaktion einer geschlossenen (Bluterguss) oder offenen (offene Wunde) Verletzung mit Freisetzung des «vollen» Blutes. Zellanteile, die in unserem Blutsystem Funktionen der Sauerstoffversorgung und der Infektabwehr leisten, sind im Blutsystem sinnvoll. Ausserhalb des Gefässsystems können sie aber Gewebereize oder Zellzerstörung anrichten – der schmerzhafte Bluterguss oder die schmerzhafte offene Wunde im Heilungsprozess.

Gleichzeitig mit diesen, in der Wunde eher störenden Anteilen werden Blutbestandteile freigesetzt, die als Alarmstoffe (Zytokine) in der Flüssigkeit des Blutes (Plasma) und als Gerinnungszellen, Blutplättchen (Thrombozyten/Platelets) für die Regeneration eines geschädigten Gewebes von zentraler Bedeutung sind. Durch Freisetzung der Alarmstoffe und von Wachstumsfaktoren aus den Platelets werden mithilfe der Perizyten (eine Art von Stammzellen, die in allen Geweben vorhanden ist) zielgerichtet Abbau und Wiederaufbau des geschädigten Gewebeanteils aktiviert – der körpereigene Regenerationsprozess ist aktiviert.

Die Herstellung unterschiedlicher Präparationen von PRP mit unterschiedlichen Anteilen von Blutzellen – in verschiedenem Verhältnis zu den Platelets – und das Herausfiltern der in der Wundheilung schmerzhaften und störenden Anteile gewährleistet eine zielgerichtete und zumeist symptomarme Aktivierung des gewünschten körpereigenen Regenerationsprozesses.

Die wichtigste Funktion von PRP ist dabei die Fähigkeit zum Freisetzen von Perizyten aus den Gefässwänden, um so die Steuerung von verschiedenen Stammzellanteilen und Wachstumsfaktoren zu modulieren.

Nach der Blutabnahme und einer messtechnisch kontrollierten, geprüften Präparation werden die Zell-Plasma-Konzentrate (PRP oder PRGF) zielgenau appliziert. Durch Verwendung der ultraschallgesteuerten Injektionstechnik ist eine Konzentrierung der Biosignale in Form der Zytokine und Wachstumsfaktoren lokal genau möglich. Die eigentliche Regeneration und Heilung des geschädigten Gewebes ist dann als körpereigener, physiologisch ablaufender Prozess gestartet – sozusagen ein «Reset» der Heilungsaktivität des eigenen Körpers, lokal, forciert, effektiv, sicher und ohne Fremdsubstanzen oder deren Nebenwirkungen. Ein natürlicher Wundheilungsprozess.