Genauso wie in der Regenerativen Medizin wird der Denkansatz auch in der Chirurgie umgekehrt. Anstatt beschädigte Strukturen zu ersetzen, z. B. Gelenksprothese, werden diese durch biologische Methoden rekonstruiert. Da jeder chirurgische Eingriff auch eine Form von Entzündung im Operationsgebiet auslöst und am Anfang jeder Heilung eine initiale Entzündung vorhanden ist, können diese Prozesse mit den gleichen regenerativen Methoden durch die Verwendung von PRP oder PRGF in ihrem Ablauf moduliert werden.

In der rekonstruktiven Chirurgie (Orthobiologie) werden oft Gewebeteile transplantiert. Die Einheilung und Entwicklung dieser Strukturen (Meniskus, Knorpel) können durch die Wachstumsfaktoren VEGF, HGF, FGF und TGFb und Fibrinogen gefördert werden.

Durch das Aktivieren mittels Calziumchlorid kann das PRGF-Endoret schon vor dem Einbringen ins Operationsgebiet kontrolliert in ein mehr oder weniger stabiles Gel oder eine Membrane verwandelt werden. Beim Abbau oder Umbau dieses Fibrin-Gels werden über Tage oder Wochen die gewünschten Biosignale langsam freigesetzt und können so die initiale Entzündung kontrollieren und andere Zellen für den eigentlichen Reparaturprozess anlocken.