Hintergrund – Arthrose

Arthrose

Die Behandlung der Arthrose stellt auch 2021 immer noch eine Herausforderung dar. Unter Arthrose wird, in einer massiv vereinfachten Darstellung, der Verlust von Gelenkknorpel und damit der Gleitfunktion der Gelenkspartner eines Gelenkes verstanden. Wie auch in unserer Rubrik aufgeführt, ist dies zu einem ersten Verständnis der Schädigung sicher hilfreich, doch in Wahrheit deutlich komplexer. Die Kenntnisse der verschiedenen Faktoren in der Entwicklung der Beschwerden bei der Arthrose ist daher fundamental, um ein Behandlungskonzept zu erstellen, welches einen Einfluss auf die Symptome des arthrotisch veränderten Gelenkes erzielt.

Mehr oder weniger beeinflussbar

Arthrose entwickelt sich kontinuierlich in unserem Alterungsprozess als Zeichen der Nutzung und Abnutzung, verstärkt ausbildend durch Einflussfaktoren in unserem Leben, die mehr oder weniger durch unser Verhalten beeinflussbar sind. Faktoren, wie genetische Voraussetzungen, Ernährungsformen, Unfallereignisse mit Belastung des Gelenkes, Achsfehlbelastungen, chronische Überforderung des Gelenkes oder auch Unterforderung/Inaktivität sind einige, sicher nicht vollzählige Faktoren in der Frage der Entwicklung der Arthrose.

Schleichende Entwicklung

In der Regel kann die Arthrose als eine langsam, schleichend entwickelte Erkrankung des Gelenkes verstanden werden. In dieser schleichenden Entwicklung wird die Symptomentwicklung oft erst in einem fortgeschrittenen Stadium ausgelöst. Daher kann auch eine Untersuchung eine Arthrose klinisch oder im Bild (in der Röntgentechnik) zu Tage bringen, die subjektiv nicht empfunden wird. Umgekehrt sehen wir auch immer wieder Patienten mit Gelenkbeschwerden, die klinisch keinen eindeutigen Befund der Arthrose aufweisen.

Unterschiedliche Bewegungsmuster

Eine Studie der Orthopäden der Dalhousie University, Halifax in Nova Scotia/Canada zeigte 2016 mit einer Analyse der Gangkontrolle die deutlichen Unterschiede der Bewegungsmuster von Patienten einer Arthrose im mittleren Ausprägungsmass, von denen eine Hälfte die Symptome spürte, eine zweite Hälfte jedoch ohne Symptome gehen konnte. Die Gangbilder zeigten signifikante, also wissenschaftlich nachweisliche Differenzen, die zu Fehlbelastungen in der Beinbelastung der symptomatischen Patienten führten.

Asymptomatic and symptomatic individuals with the same radiographic evidence of knee osteoarthritis walk with different knee moments and muscle activity – Astephen, JLA,  Stanish, WD, Hubley‐Kozey, CL; 2017 – Journal of Orthopaedic Research – Wiley Online Library.

Reduzierte Symptome, weniger Fehlbelastungen

Die Zielsetzung, Arthrose zu behandeln, ist somit zunächst eine Frage der Behandlung der Symptome. Unter reduzierten Symptomen ist auch eine Reduktion von Fehlbelastungen, die eine Progredienz der Arthrose fördern, zu erwarten. Belastungen, die beschwerdefrei und koordiniert erfolgen, selbst wenn sie im ersten Augenschein sehr intensiv wirken, sind sogar als präventiver Faktor der Arthrose zu belegen.

Schuetz, U, Billich, C, Changes of Cartilage Surface in Knee, Ankle, and Hindfoot Joints in Ultra-endurance Runners during 4.487 km Trans Europe Foot Race Measured by Mobile MRI on a Truck.  Radiological Society of North America 2011 Scientific Assembly and Annual Meeting, November 26 – December 2, 2011 ,Chicago IL.

Nachaltige Belastbarkeit erreichen

Die orthobiologische Behandlung richtet sich daher nicht nur daran aus, dass Massnahmen im Gelenkraum wirken sollen, sondern dass alle symptomatischen Faktoren des Gelenkes, der Gelenksumgebung und der Gelenkskontrolle adressiert werden müssen, um einen nachhaltigen Erfolg einer beschwerdereduzierten oder auch beschwerdefreien Belastbarkeit zu erzielen. Hierdurch kann ein langanhaltender Wirkeffekt der Behandlung erreicht werden. Aktuelle Daten von über 2000 Patienten, die orthobiologisch bei Vorliegen einer symptomatischen Kniearthrose behandelt wurden, zeigen eine inzwischen erreichte, über 4 Jahre anhaltende Wirkung

Schmerzreduktion innerhalb eines Monats

Gut zu erkennen ist dabei ein, auch in unserer Beobachtung, zunehmendes Phänomen: Eine Schmerzreduktion ist bereits deutlich innerhalb einem Monat nach der Behandlung erzielt und verbessert sich kontinuierlich leicht weiter. Die Funktion des Gelenkes (die subjektiv erlebte Gelenkskontrolle) und die allgemeine Zufriedenheit der Veränderung durch die Behandlung steigert sich deutlich in den ersten 3-6 Monaten nach der Behandlung und entwickelt sich nachfolgend ebenfalls kontinuierlich leicht weiter zum Positiven. Positive Langzeitergebnisse, die sich auch auf andere Gelenke reproduzieren lassen.